Der Mann, der Museen nicht mochte

Paul Rösch erzählt vom Touriseum ...

„Das interessanteste Objekt in manchen Museen ist das Schild mit dem Schriftzug ‚Ausgang‘!“. Paul Rösch ist der Direktor des Landesmuseums für Tourismus in Meran und er hat eine Mission. Weil er Museen eigentlich nicht leiden kann, will er aus dem Touriseum einen wirklich unterhaltsamen Ort machen. Im Interview verrät er uns, warum Humor dabei eines seiner wichtigsten Werkzeuge ist. Am Ende werden wir erfahren, ob sein Kampf gegen gedankenlose Wissensvermittlung letztlich von Erfolg gekrönt war, und – soviel sei vorab verraten – wir werden große Lust bekommen das Touriseum zu besuchen.

Jesus, I’m so happily sad

Rainer Schölzhorn erzählt von Schloss Pienzenau ...

Rainer Schölzhorn ist Buchhändler in Meran und gleichzeitig Schlossherr auf Schloss Pienzenau. Und diese beiden Orte sind enger miteinander verbunden, als es zunächst den Anschein hat. Denn Rainer Schölzhorn betreibt Kulturpolitik aus Leidenschaft. Und so kommt es, dass auf Schloss Pienzenau Dinge möglich sind, die andernorts nicht stattfinden könnten. Schloss Pienzenau ist ein Ort an dem Träume verwirklicht werden.

Unabhängig davon gibt es jedoch auch eine Realität, der sich Rainer Schölzhorn nun stellen muss: die Realität einer globalen Wirtschaftskrise, die auch der Buchändler und Schlossherr nun durchstehen muss. Ganz am Ende verrät uns Rainer Schölzhorn daher, was es mit dem seltsamen Satz auf sich hat: Jesus, I’m so happily sad.

Der Zauber von Manincor

Michael Graf Graf Goëss-Enzenberg erzählt ...

Wir spazieren mit Michael Graf Goëss-Enzenberg durch die Weinberge des Weinguts Manincor, das auf einer Anhöhe über der malerischen Landschaft des Kalterersees liegt. Das Weingut Manincor beetreibt biodynamischem Weinbau und wer Graf Goëss-Enzenberg kennen lernt, versteht worum es dabei in Wirkichkeit geht: um einen achtsamen, respektvollen, ja liebevollen Umgang mit der Natur. Es geht darum, mit der Natur so umgehen, wie mit uns selbst!

Lernt man diese Geschichte kennen, genießt man Manincor Weine danach mit doppelter Freude. Und ganz nebenbei wird in unserem Film auch geklärt, wie lang der Geschlechtsverkehr bei Hühnern dauert.

Der Kaffeemissionar

Valentin Hofer von Caroma Caffè erzählt ...

Valentin Hofer erlangte als erster Kaffee Somelier Italiens über die Grenzen Südtirols hinaus Bekanntheit. Er produziert in einer kleinen Rösterei ganz besonderen Kaffe, in dem er bei der Auwahl der Kaffesorten und bei jedem Bearbeitungsschritt neue Wege beschreitet. Konsequenterweise bildet er auch Barista aus und veranstalte Kurse für Kaffeegenießer.

Wenn man ihn kennen lernt, wird man nicht nur gut unterhalten, sondern man lernt auch eine Menge über Kaffe. Und wichter noch: Man versteht einmal mehr, dass alles womit man sich genauer beschäftigt, unendlich interessant werden kann. Und natürlich erhält man Antwort auf die Frage: Wozu brauche ich eine Karlsbader Kanne?

Ab und zu – nichts

Paul Grüner, Schöne Aussicht, erzählt ...

Paul Grüner ist der Inhaber des Hotels „Goldene Rose“ im Schnalstal und der Hüttenwirt der Schutzhütte „Schöne Aussicht“. Er ist ein gutmütiger Riese, der die raue und unwirtliche Welt der Gletscher mehr schätzt, als das feine Parkett der städtischen Salons. Umgeben vom Eis des Hochjochferner, nicht weit von hier entfernt wurde Ötzi gefunden, lässt er den Blick über eine unglaubliche Bergkulisse schweifen und genießt es hin und wieder einfach nichts zu tun. Und diesen Genuss will er auch mit seinen Gästen teilen: nichts.

Wenn es allmählich zu schneien beginnt und die Stille zunimmt, dann erleben wir auch für einen kurzen Augenblick diese besondere Qualität. Und natürlich erfahren wir auch, warum hübsche Mädchen früher eine Seltenheit am Gletscher waren.

Seelenwanderer

Michil Costa vom Hotel La Perla erzählt ...

Michil Costa ist der Eigentümer des eleganten Hotels „La Perla“ in Corvara. Es liegt eingebettet in die unglaubliche Berglandschaft der Dolomiten und begeistert Urlaubsgäste aus aller Welt. Michil Costa könnte sich also zufrieden zurücklehnen. Doch er denkt weiter. Er engagiert sich für einen anderen Umgang mit Mensch und Natur. Er zählt zu den Pionieren der Gemeinwohlbilanz.

Seine übermütige Lebendigkeit zeigt sich auch, als er in der Mitte unseres Interviews die Interview-Situation einfach umkehrt und den Interviewer interviewt. Dieses verkehrte Interview gerät zu einer köstlichen Parodie des Interview-Journalismus und erzählt gleichzeitig die Geschichte einer Begegnung zwischen Filmemacher und Gemeinwohl-Pionier, zwischen zwei Menschen also, die ihre Träume ausleben.

Und natürlich erfahren wir auch warum wir Dinge kaufen, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen.

100 Jahre Kursaal Meran

Paul Rösch, Renate Abram, Zenzi Glatt-Amort und Hermann Schnitzer erzählen ...

Die aufstrebende Kurstadt Meran leistete sich Anfang des 19. Jahrhunderts einen prachtvollen neuen Kursaal. Doch bereits im Jahr seiner Eröffnung hatte der Kursaal seine Bestimmung verloren. Denn die Welt für die er geschaffen wurde, ging in den Schrecken des ersten Weltkrieges unter. Wie konnte sich der Kurssaal dennoch – über hundert Jahre lang – seine Lebendigkeit bewahren? Darüber sprechen wir mit Paul Rösch, dem Direktor des Landesmuseums für Tourismus in Meran und mit Renate Abram, die ein Buch über das Meraner Kurhaus verfasst hat. Hermann Schnitzer, langjähriger Präsident der Kurverwaltung, kommt ebenso zu Wort, wie Zenzi Glatt-Amort, die gleichzeitig mit dem Kurhaus ihren 100. Geburtstag feiert.

Wir wollen nicht zu viel verraten, aber die Lebendigkeit des Kurssaals hat sehr viel mit der Anpassungsfähigkeit der Meraner und Meranerinnen zu tun, die diesen Saal mit großem Einsatz erhalten und zu einem Ort der Begnung machen.

Enorm viel erreichen

Günther Hölzl und Ulli Wallnöfer von Pur erzählen ...

Günther Hölzl und Ulli Wallnöfer sind die Gründer von Pur Südtirol. Bei Pur Südtirol findet man regionale und saisonale Lebensmittel aus Südtirol. Die meisten davon in Bio-Qualität. Regionale und saisonale Lebensmittel werden weder über weite Strecken transportiert, noch lange gekühlt oder gelagert und tragen daher viel weniger zum Klimawandel bei. Und sie sind auch gut für die Region. Denn für die Bauern in Südtirol bietet Pur einen direkten Weg zum Kunden.

Im Gespräch mit Günther Hölzl und Ulli Wallnöfer wird uns klar, wie viel wir gemeinsam erreichen können. Denn die Mach die Welt zu verändern, liegt in der Hand der Konsumenten. Wir stimmen täglich mit der Brieftasche ab, was produziert wird und was nicht. Darüber hinaus erfahren wir auch, was der Krampus im Keller so treibt …

Lieblingsstücke

Christoph Steiner und Claudia Heiss von Glücklich+Heiss erzählen ...

Claudia Heiss und Christoph Steiner produzieren unter dem Label „Glücklich+Heiss“ Jacken, Rucksäcke und Taschen. Im Prinzip haben die beiden die Strickjacke neu erfunden. Und den Rucksack aus Opas Zeiten. Ihre Kleidungsstücke und Accessoires bekommen durch feine gestalterische Modifikationen eine zeitlose und moderne Ausstrahlung.

Man findet ihre Produkte in ausgewählten Boutiquen im Alpenraum und seit kurzem auch im eigenen Webshop. Ein besonderes Erlebnis ist jedoch ein Besuch in ihrem kleinen Laden in Eppan. Dort allerdings ist die Gefahr groß, dass man sich in mehr als ein Kleidungsstück verliebt. Denn die Jacken von Glücklich+Heiss sind langlebig, praktisch, warm und für viele Anlässe passend, kurz: sie haben das Potential unser „Lieblingsstück“ zu werden.

Täglich den gleichen Käse

Hansi Baumgartner von Degust erzählt ...

Hansi Baumgartner ist ein Käse-Affineur. Eine Käse-Affineur ist ein Spezialist, der Käse durch raffinierte Techniken verfeinert. Und Hansi Baumgartner versteht sein Handwerk. Im Gespräch erzählt er uns, wie er altes Handwerk neu interpretiert und ausgefallene Ideen entwickelt. Schließlich niemand „täglich den gleichen Käse“.

Unsere Expedition ins Reich der Käse-Veredelung führt uns auch an überraschende Orte: zum Beispiel in eine dunkle und feuchte Bunker-Anlage aus dem 2. Weltkrieg.

Alles ist Meditation

Edeltraud Kiebacher von den Sieben Gärten des Kränzelhof erzählt ...

Edeltraud Kiebacher wurde vom Zen-Meister Pater Willigis Jäger zur Meditationslehrerin ausgebildet. Vom Frühjahr bis zum Herbst veranstaltet sie wöchentlich Meditationskurse in den „Sieben Gärten des Kränzelhof“. Dabei geht es um Praktiken, die man zunächst nicht als Meditation einstufen würde. Die Teilnehmer gehen barfuss durch’s Gras. Sie liegen unter den wehenden Fahnen und betrachten den Wind bei der Arbeit.

Schließlich sitzen sie aber auch in vollkommner Stille und in Meditationshaltung im Garten. Und es ist erstaunlich zu sehen, wie viel stimmiger das aussihet, als Meditation in geschlossenen Räumen. Hört man dazu Kirchenmusik aus dem Zeitalter der Renaissance, so verwandeln sich die Gärten in einen sakralen Raum. Aber keine Angst: es bleibt auch genügend Platz für warmen Humor, für Lachen und Fröhlichkeit. Kurz: es ist eine erstaunliche Erfahrung. Alles ist Meditation!

Die Geschichte einer Tugend

Familie Mair vom Hotel Hohenwart erzählt ...

Franz und Anna Mair haben nicht nur großen unternehmerischen Mut und Weitblick bewiesen, als sie das Hotel Hohenwart aufbauten, Franz und Anna Mair haben auch wichtige Tugenden entwickelt. Anna Mair umsorgte die Gäste unermüdlich. Franz Mair zeigte ihnen die Berge und die Kultur Südtirols. Auch die Kultur des Feierns. Sie gaben den Gästen das Gefühl bei Freunden zu Besuch zu sein.

Doch was geschah mit dieser Tugend als das Hotel immer größer wurde und schließlich an die nächste Generation weitergegeben wurde? Kann die Tugend der Gastlichkeit unter neuen Bedingungen neu erblühen? Darüber sprechen wir mit drei Generationen der Familie Mair. Und wir hören uns natürlich auch an, was die Gäste dazu zu sagen haben.

Erlebnis Kränzelhof

Franz Graf Pfeil vom Kränzelhof erzählt ...

Franz Graf Pfeil ist ein Künstler. (Auch wenn er selbst diese Aussage bestimmt zurückweisen würde.) Er erzeugt seine Kunst indem er die Natur zu Wort kommen lässt. Er sucht dabei nach einem Gleichgewicht zwischen „Geschehen-lassen“ und „In-Bahnen-lenken“.

Wenn er von seiner Lebenskunst spricht, macht es für ihn wenig Unterschied, ob es sich darum handelt seine Kinder beim Heranwachsen zu begleiten, Weinreben über die Jahre zu hegen oder eben einen zauberhaften Garten anzulegen (den er als Kunstwerk der Natur versteht und in dem er Kunstwerke von Menschenhand präsentiert).

Promenaden in Meran

Anni Schwarz, Stadtgärtnerei Meran, erzählt ...

In diesem Film begleiten wir Anni Schwarz, die Direktorin der Stadtgärtnerei in Meran, auf einem Spaziergang durch das historische Promenaden-Netz von Meran. Anni Schwarz teilt mit uns ihr Wissen über die einzelnen Promenaden Abschnitte. Sie erklärt uns deren Besonderheiten und zeigt uns wie alle Teilpromenaden kunstvoll ineinandergreifen.

Im Ottmanngut zuhause

Martin Kirchlechner vom Ottmanngut erzählt ...

Das Ottmanngut in Meran ist ein einzigartiges Hotel. Es hat nur neun Zimmer. Diese neun Zimmer sind allerdings alle individuell eingerichtet, mit Möbeln aus dem Besitz der Familie Kirchlechner. Das vermittelt dem Besucher das Gefühl im Haus der Familie zu Gast zu sein.

Zu diesem Gefühl trägt auch der Umstand bei, dass der Sohn der Familie – Martin Kirchlechner – das Haus persönlich leitet, und zwar mit dem Charme und der Natürlichkeit eines Quereinsteigers.

Augenlust im Hotel Greif

Doris Gotter vom Hotel Greif erzählt ...

Doris Gotter ist die Grande Dame der Hotellerie in Südtirol. Sie leitet das Hotel Greif, eines der traditionsreichsten und faszinierendsten Hotels in Bozen. Die 32 Zimmer des Hotels wurden von 32 verschiedenen Künstlern gestaltet.

Was dem Haus jedoch seine besondere Faszination verleiht, hat seinen Ursprung vor allem in Charme und Charisma der Gastgeberin.

Der Weg des Eismachens

Paolo Coletto vom Eissalon Avalon erzählt ...

Paolo Coletto betreibt einen Eissalon in Bozen. Seine Winter verbringt er im Süden Indiens. Seit Jahrzehnten ist er ein Anhänger von Sadhguru, einem faszinierenden und unorthodoxen spirituellen Führer. Deshalb macht Paolo Coletto keinen Unterschied zwischen seinen spirituellen Bemühungen und seinem Alltag als Eismacher in Bozen.

Dass dabei Eis von erstaunlicher Qualität entsteht, das weit über die Grenzen Südtirols bekannt ist, macht neugierig auf den Mann und sein Werk.

Eine göttliche Komödie

Benedikta Pechlaner vom Kinighof erzählt ...

Benedikta Pechlaner ist eine Künstlerin. Sie lernte das Handwerk der Restauratörin in Florenz und begab sich dann zum Studium der Malerei nach Paris. Sie brach dieses Studium jedoch ab, um die Rolle der Bäurin am Kinighof einzunhemen. In dieser Rolle tritt sie uns in unserem Video gegenüber.

Doch die Überraschung dieses Videos besteht darin, dass das was wir zu sehen meinen, sich im Laufe des Videos als Klischee herausstellt. Da wir mit immer neuen Facetten ihres Wesens und ihres Werkes konfrontiert werden.

2013 Südtirol Erzählt